Wege aus der Angst & Panik
von Dr. phil. Michael Mehrgardt
Panik Einführung: Wie Panik durch ein Atemtabu entsteht
Panik #1: Lippenbremsen-Atmung (LBA) hilft dir
Panik #2: Du lernst LBA
Panik #3: Panik ist eine physiologische Reaktion
Panik #4: Die Entstehungsgeschichte deiner Panik
Panik #5: Wenn’s schwierig wird: forcierte LBA
Nachlese 1: Nächtliche Panikattacken
Nachlese 2: Vorsicht bei Exposition!
Das beste Tool zur Panik-Bewältigung
Wie Panik durch ein Atemtabu entsteht
- Einführung -
Das Atemtabu:
DU SOLLST NICHT ATMEN!
Dieser Beitrag über das Atem-Tabu steht am Anfang meiner Videos und Texte über Panik-Bewältigung.
Ich zeige auf, wie das Atem-Tabu zu Panikattacken und anderen seelischen Störungen führt:
Halt die Luft an! Mach nicht so viel Wind! Lass deinen Ärger, deine Lust, deine Geilheit, deine Freude, deine Angst mal schön stecken, damit wollen wir nichts zu tun haben!
Wie du schon ahnst, ist das Atem-Verbot ebenso ein Gefühlstabu: Wir sollen keine heftigen Gefühle haben, und schon gar nicht zeigen! Denn Gefühle sind gefährlich, wühlen auf, richten Chaos an, sind peinlich! Sie sind viel zu intim! Es gilt also:
Du verbietest dir selbst zu atmen.
Du verbietest dem anderen zu atmen.
Du lässt es dir verbieten.
Wir sind verrückt!
Du glaubst es nicht? Du denkst: Der spinnt, der Mehrgardt!?
Ja, ich spinne, du spinnst, wir alle spinnen!
Warum sonst sind wir alle so verrückt, dass wir uns die Luft zum Atmen nehmen?
Die Folgen
Und das hat Folgen: Panikattacken, Depressionen, psychosomatische Störungen, Suchtstörungen ...
In diesem und den folgenden Beiträgen über Panik erfährst du am eigenen Leib,
• wie wirksam das Atemtabu ist,
• auf welche Weise uns das Atem- und das Gefühlstabu krank machen,
• wie dir die Lippenbremsen-Atmung gegen Panik hilft.
Die einzelnen Beiträge
über Panik:
#1 Du lernst LBA kennen und erhältst einen Überblick über die folgenden Beiträge.
#2 Du übst LBA in Ruhe ein.
#3 Du erzeugst die Panik selbst - deshalb kannst du damit ebenso gut aufhören!
#4 Du erfährst, wo die Panik herkommt - Erklärungs-Modelle und die persönliche Panik-Geschichte
#5 Du lernst, forcierte LBA bei Panik, Erregung, Sport, Herzrhythmus-Störungen uA einzusetzen.
Zur Einstimmung auf das Thema Auswege bei Panik schau dir dieses Video an:
Hinweise:
Meine Beiträge beinhalten Hilfe zur Selbsthilfe.
Sie ersetzen keine Psychotherapie.
Personen, die ich in meinen Texten, Audios oder Videos erwähne, wurden anonymisiert.
Es lassen sich somit keine Rückschlüsse auf ehemalige Patientinnen und Patienten ziehen.
Was bei Panik hilft #1
Die Lippenbremsen-Atmung (LBA)
LBA wirkt genau da, wo Panik stattfindet!
Die Lippenbremsen-Atmung (LBA) ist mE die effektivste und direkteste Methode zur Bewältigung von Erregungszuständen, Ängsten und Panikattacken.
Sie setzt genau dort an, wo die Panik entsteht: an deiner Atmung und deinen physiologischen Prozessen.
Du kannst sie vor allem immer und überall anwenden.
In diesem Video demonstriere ich kurz diese Atemtechnik. Ich berichte dir von meinen persönlichen Erfahrungen und gebe dir eine Einführung in das Thema.
In allen Beiträgen zur Panikbewältigung steht das Erlernen und Einüben der LBA im Vordergrund. Während du dir die Videos anschaust, machst du sofort mit. In den Texten kannst du alles noch einmal in Ruhe durchgehen.
Der ausführliche Anleitungstext zur LBA steht hier:
Hier geht’s zum Übungs-Video:
Was bei Panik hilft # 2
So übst du LBA in Ruhe ein
Üben! Üben! Üben!
In kleinen Schritten lernst du die Lippenbremsen-Atmung (LBA) kennen.
Es gibt nur eine einzige Regel, die du befolgen musst, nämlich wie du richtig ausatmest. Alle weiteren Regeln über “richtiges” Atmen sind Ballast, den du jetzt über Bord kippen darfst.
Vergiss alles, was du gelernt hast!
Atme so ein, wie es dir gut tut!
Hier erlernst du die Lippenbremsen-Atmung Schritt für Schritt, in allen Details und mit einigen wohltuenden Varianten.
Zudem gebe ich dir viele Tipps, die dir das Erlernen der LBA erleichtern.
LBA hilft!
Mit der LBA kannst du Panikattacken ganz vermeiden, aufkommende Attacken im Keim ersticken oder aber eine Panikattacke, die dich gerade erwischt hat, beenden.
Diese Atemmethode ist auch sehr hilfreich, wenn du deine Aufregung in den Griff bekommen möchtest: bei einer Prüfung, vorm ersten Date, vor einer Reise, vor einer Zahnarzt-Behandlung oder dein Lampenfieber vor einem Auftritt.
Und das Ganze nochmal zum Nachlesen:
Zum Üben schaue dir dieses Video an:
Was bei Panik hilft #3
Panik ist eine physiologische Reaktion
Panik ist eine gefühlte Katastrophe!
Die Tatsache, dass eine Panik ungefährlich ist, ändert nichts daran, dass sie sich wie eine hereinbrechende Katastrophe anfühlt!
Panik ist selbstgemacht!
Durch falsches Atmen erzeugst du Panik immer wieder von Neuem. Deshalb deshalb kannst du lernen, damit aufzuhören!
Panik ist eine physiologische Reaktion.
Die Lippenbremsen-Atmung setzt dort an, wo die Panik entsteht. Sie wirkt nämlich direkt auf den Sauerstoff-Kohlendioxid-Stoffwechsel. Mit der LBA sorgst du dafür, dass das Verhältnis dieser beiden Gase wieder ins Gleichgewicht kommt.
Übe weiter!
Während du die Lippenbremsen-Atmung (LBA) weiter trainierst, erkläre ich dir,
wie falsches Atmen zu einem Absinken des Kohlendioxid-Pegels führt,
warum dieser CO2-Mangel Panik auslöst und
was dabei in deinem Körper passiert.
Du wirst am Ende verstanden haben, warum LBA die Lösung des Problems ist.
In diesem Artikel kannst du mehr erfahren:
In diesem Video leite ich deine Übungen weiter an und erkläre, was in deinem Körper passiert:
Was bei Panik hilft #4
Die Entstehungsgeschichte deiner Panik
LBA und andere Methoden
Persönliche und kulturelle Hintergründe der Panik
Übe und lerne!
Während du die LBA weiter einübst, erfährst du etwas darüber,
warum die LBA anderen Therapie-Methoden überlegen ist,
warum herkömmliche Methoden Panik manchmal sogar verstärken und chronifizieren können,
welches die persönlichen Entstehungs-Bedingungen deiner Panik sein können,
welche kulturellen Ursachen für die Entstehung deiner Panik verantwortlich sein können,
dass Rauchen eine Atemtherapie sein kann.
Am Ende erhältst du von mir eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen über die LBA in Ruhe.
Der ausführliche Text zu diesem Beitrag:
Während du dieses Video anguckst, übst du weiter:
Was bei Panik hilft #5
Wenn’s schwierig wird: forcierte LBA
… bei Panik, Erregung, Sport, Krankheiten - und bei
Problemen beim Erlernen der LBA
Du erlernst die forcierte LBA
Wenn du dich anstrengst oder wenn du stark erregt bist - weil dich vielleicht gerade eine Panik anfliegt oder du gleich zu einer Prüfung hereingerufen wirst - brauchst du natürlich mehr Luft. Dann bist du emotional oder physiologisch "hochgefahren" und musst die Lippenbremsen-Atmung anpassen: Dazu erhöhst du die Lippenspannung und Atemfrequenz, atmest aktiv aus oder presst sogar die Luft aus dir hinaus.
In dem folgenden Video führe ich die forcierte, also verstärkte Lippenbremsenatmung (LBA) vor.
Du lernst dabei, die LBA an schwierige Situationen
sowie an körperliche Anstrengung und seelische Belastung anzupassen.
Wir üben die LBA im Gehen,
bei Lampenfieber und Prüfungsängsten,
wenden sie beim Sport an,
probieren die Konferenz-Atmung bei Anwesenheit anderer Personen.
Ich zeige dir zudem, wie diese Methode bei bestimmten funktionellen Störungen
oder sogar beim Zahnarzt helfen kann.
Am Ende führe ich zwei Methoden vor, die bei Problemen mit der LBA vorgeschaltet werden können: Die Tüten-Atmung und die Druck-Übung.
Das alles kannst du
in dem folgenden Artikel ganz in Ruhe nachlesen:
Schau dir dieses Video an!
Nachlese #1: Nächtliche Panikattacken
Wenn du aus einem Traum mit Panik erwachst ...
… geht es dir vielleicht so,
wie es mir vor Kurzem ergangen ist.
In meinem Short-Video zeige ich dir kurz, wie du eine Attacke abwenden kannst: mit der Lippenbremsen-Atmung. (Das Titelbild ist nicht so toll - Wie kann man bei Shorts nachträglich “erträglichere” Thumbnails erstellen??)
Nachlese #2: Risiken der Exposition
Konfrontationstherapie kann zu Neuverstärkung führen!
Eine Expositionsbehandlung
… in der Verhaltenstherapie kann mit Risiken verbunden sein!
Nur wenige Fachleute scheinen heutzutage noch den Begriff Napalkov-Effekt zu kennen. Dieser besagt:
Eine starke Panikattacke kann zu einer Neuverstärkung der Panikstörung führen, wenn diese mit massiven physiologischen Begleiterscheinungen einhergeht und als existenziell bedrohlich erlebt wird.
Hier gibt’s diesen Beitrag auch als Text:
Mehr darüber erfährst du in diesem Video:
Vielleicht interessiert dich auch dieser Artikel:
Hilfe! Ich hab‘ Atemnot!! - Hier eine Auszug:
Hilfe! Ich hab‘ Atemnot!!
Ich demonstriere, was du
dagegen tun kannst
Das Problem
Du kriegst nicht genug Luft?
Dein Brustkorb ist zu eng?
Du kannst nicht tief durchatmen?
Du versuchst zu gähnen, aber es geht nicht?
Übrigens …
Meine Beiträge ersetzen keine Psychotherapie!
Atembeschwerden können jeden von uns treffen.
Sie können sich langsam entwickeln, bis sie eines Tages – oder des Nachts – die Schwelle der bewussten Wahrnehmung überschreiten und zu einem Problem werden.
Oder sie überfallen einen ohne jede Vorwarnung.
Liegt eine Krankheit vor?
Manchmal steckt eine körperliche Erkrankung dahinter, zum Beispiel:
· Post-Covid
· Herz-/ Kreislauferkrankungen
· Infektion der Atemwege
· Asthma
Schwierigkeiten beim Durchatmen können auch psychische Ursachen haben, zum Beispiel:
· Angst-/ Panik-Störungen
· Depressionen
· Stress
Oder ist alles Einbildung?
Nicht selten treten Atembeschwerden „einfach so“, ohne zugrunde liegende Störung, auf. Das kann der Fall sein, wenn du zum Beispiel …
· zu viel gegessen hast,
· Blähungen hast,
· verspannt oder verkrampft bist,
· etwas Wichtiges vor dir hast: eine Prüfung, ein Date, eine
unangenehme Auseinandersetzung …,
· Lampenfieber vor einem Auftritt hast,
· oder wenn du etwas Anstrengendes geträumt hast.
Hat sich die Luftnot als Problem einmal festgesetzt, kann allein der Gedanke, dass "es" jetzt wieder losgeht, ausreichen. Sogar wenn dir auffällt, wie gut das Atmen gerade klappt, kann dies deine Aufmerksamkeit darauf lenken, dass es jetzt geschehen könnte, und schon beginnt der Selbstbeobachtungs-Kreislauf – und siehe da: Du gerätst in die Stressatmung – und bekommst Luftnot, und das alles „einfach nur so“, kann „ohne Grund“.
Medizinisch hast du dich durchchecken lassen – oder solltest es ggf tun:
Es gibt keinerlei Befund, alles ist okay? Herz, Lunge, Hormonstatus sind in Ordnung? Asthma hast du auch nicht?
Also keine körperliche Ursache. Für eine psychische Erkrankung gibt’s ebenfalls keine Hinweise.
Bilde ich mir also alles nur ein??
Atemstörungen sind existenzielle Bedrohungen!
Nein! Denn egal ob eine Erkrankung für deine Atemstörungen verantwortlich ist oder ob sie „einfach nur so“ über dich gekommen sind, es passiert tatsächlich etwas in deinem Körper! Und da Atem-Einschränkungen ab einer bestimmten Intensität existenziell bedrohlich sind, gerätst du in einen negativen, sich selbst verstärkenden Kreislauf von Selbstbeobachtung, negativen Gedanken und Fehlatmung.
In vielen Fällen beginnt das Problem damit, dass dein Zwerchfell hochdrückt und den Atem-Hubraum deiner Lungen einschränkt. Deine Muskeln verspannen sich, die Ausatmungs-Tiefe verringert sich, und es passt immer weniger frische Luft in deine Lungen hinein – es wird dann also wirklich eng im Brustkorb! Und jeder Versuch, tief einzuatmen oder zu gähnen, macht es nur schlimmer!
Bevor wir mit den Bewältigungs-Techniken beginnen
Sollte aber doch ein bislang unerkanntes körperliches oder psychisches Problem hinter deinen Beschwerden stehen, dann würden die Übungen, die ich dir hier vorstelle, nicht ausreichen. Prüfe also bitte vorab, was bei Anstrengung passiert:
· Wird die Atemnot schlimmer?
· Treten Schmerzen im Brustkorb oder Oberbauch auf?
· Wird es beim Ausatmen eng und pfeift?
· Wird dir schlecht?
Dann solltest du dir medizinische Hilfe holen!
Oder ist deine Atemnot Teil einer Panikstörung? Dann kannst du dir auf meiner Website mindroad.de unter Psychotherapie/ Auswege bei Panik von mir demonstrieren lassen, wie du mit Hilfe der Lippenbremsen-Technik (LBA) deine Ängste und Panikattacken bewältigen kannst. Meines Erachtens ist dies die effektivste Methode, weil sie genau dort ansetzt, wo Panik entsteht, nämlich durch ein Absinken des CO-2-Spiegels infolge fehlerhaften Atmens.
Tools gegen Atembeschwerden
Um dir zu zeigen, was du gegen Atemnot tun kannst, gebe ich dir jetzt einige Tools an die Hand. Bei allen folgenden Übungen sollte das Ausatmen betont sein - das Einatmen passiert dann quasi von selbst.
Am besten ist es, wenn du die einzelnen Tipps gründlich einübst:
“Normale” Tools
Ø Forcierte LBA
Beim Ausatmen presst du die Luft zwischen den kräftig angespannten Lippen hindurch. Presse so lange, bis kein Molekül Atemluft mehr in deinen Lungen verbleibt und dein Bauch ganz eingezogen ist. Danach lässt du deine Bauchdecke sozusagen „zurückploppen“. Die Zwerchfell-Muskulatur wird dadurch elastischer und entspannt sich.
Ø Stoßweise lüften!
Du machst dasselbe wie bei der forcierten LBA, atmest aber stoßweise in kleinen Portionen, aus. Mit anderen Worten: Beim gepressten Ausatmen machst du mehrere kurze Pausen, so dass dein Atemstrom nicht gleichmäßig, sondern treppenförmig aus dir herausströmt. Danach erfolgt wieder das „Ploppen“.
Hier geht’s weiter: Hilfe! Ich hab‘ Atemnot!!
mindroad.de
Dr. Michael Mehrgardt: Psychotherapie-Blog
im Blog der Inkognito-Philosophin
mindroad betreibt Psychotherapie wohltuend anders.
mindroad zeigt Wege zu dir selbst,
mindroad wendet sich gegen genormte Methoden und erstarrte Diagnosen,
mindroad benennt die Sackgassen und Irrwege der offiziellen Psychotherapie.