Depressionen: Sprüche

Zitate & Gedanken berühmter Personen

Texte über Depressionen, Mensch & Leben | traurig – tröstlich – motivierend – nachdenklich


Depressions-Sprüche, Zitate und Texte machen das Leben mit Depressionen fassbarer. Die wenigsten wissen, dass viele Staatsoberhäupter, Schriftsteller, Philosophen, Künstler und Hollywoodstars unter Depressionen litten. Alle Persönlichkeiten von Weltruf beweisen: Depressionen kann Dir niemand ansehen – und auch mit Depression oder anderen psychischen Krankheiten können Menschen großartige Leistungen vollbringen.

Hier findest Du außerdem Zitate über Depressionen & Ängste sowie depressive Sprüche, die von weniger bekannten Menschen stammen, jedoch genauso aussagekräftig sind.

Bzgl. Lebensweisheiten hier entlang: Sprüche Leben & Sinn oder Sprüche für die Seele

Stilisierte monochrome Darstellung eines stehenden Mannes im Profil mit verschränkten Händen vor dem Körper

Berühmte Persönlichkeiten · Philosophische Gedanken · Weitere Depressionssprüche

  • Stilisierte Illustration eines sitzenden Mannes im historischen Anzug mit Zylinder und Gehstock.

    Berühmte Persönlichkeiten

    Wie Schriftsteller, Künstler und Denker psychische Krisen erlebten.

  • Goldfarbenes Symbol des griechischen Buchstabens Psi auf schwarzem Hintergrund

    Philosophische Gedanken

    Was Philosophen über Schwermut, Angst und das Leben zu sagen haben.

  • Lineare Illustration einer sitzenden, nachdenklichen Person mit lockigem Haar und gesenktem Kopf

    Depressionssprüche

    Traurige, tröstliche und nachdenkliche Worte über Depressionen.

Depressionen und seelische Krisen machen auch vor berühmten Persönlichkeiten nicht halt. Schriftsteller, Philosophen, Künstler und Politiker haben ihre Erfahrungen in Briefen, Büchern und persönlichen Aufzeichnungen festgehalten. Manche sprachen offen über ihre Erkrankung, bei anderen lässt sich nur vermuten, was sie tatsächlich durchmachten.

Berühmte Persönlichkeiten und ihre Depressionen

Piet Kuiper (1919–2002)

  • Schwarzweiß-Porträt eines älteren Mannes im Anzug und mit Krawatte

    „Meine Erlebniswelt verdorrte und verkümmerte (…) war zusammengeschrumpft auf das Bett zum Schlafen. Alles, was früher aufheiternde Phantasien und kleine Geschichten mit vergnüglichen Aspekten ausgelöst hatte, wurde nun zum Anlass trübsinniger Überlegungen. Elend fiel mir auf. Wenn ich Menschen lachen sah, dachte ich:

    Wie ist das möglich, in diesem schrecklichen Leben?“

  • Über die Person

    Piet Kuiper war ein deutsch-niederländischer Psychiater, Psychoanalytiker und Autor. Kuiper beeinflusste in seiner Zeit nicht nur die Psychiatrie in den Niederlanden, sondern darüber hinaus insbesondere auch in den deutschsprachigen Ländern.

    Über sein berufliches Schaffen hinaus wurde er bekannt durch sein autobiografisches Buch Seelenfinsternis. Die Depression eines Psychiaters (#Link mit Anzeige), das seine eigene seelische Erkrankung in fortgeschrittenem Lebensalter öffentlich machte und damit Fachleuten wie Laien Zugang zum Erleben einer sehr schweren Depression gewährte.

  • Die Andersartigkeit des depressiven Erlebens

    „An die Stelle der Lebensfreude tritt eine quälend düstere Stimmung, wie man sie erlebt, wenn man jemanden, den man liebt, verloren hat (…) die Welt verliert ihre Farbe, alles wird grau, im schlimmsten Fall verflucht man seine Existenz und den Tag seiner Geburt“, so versuchte mal Piet Kuiper Depressionen zu erklären, lange bevor er selbst an Depressionen erkrankte.

    Jahre später leidet der Professor an unerklärlichen Kopfschmerzen, die ihn stark beeinträchtigen. Dabei bleibt es nicht. Seine Stimmung verdüstert sich, er schläft extrem viel, fühlt sich antriebslos und wird von Schuldgefühlen und schrecklichen Ängsten gefoltert. Bis er schließlich nichts mehr hatte, das ihn erfüllt oder Freude spüren lässt.

  • Schwarz-weißes Zitatbild mit dem Spruch „Das eigentliche Wesen der Zeit ist untilgbare Schuld.“ von Piet Kuiper; im Hintergrund der Buchtitel „Seelenfinsternis – Die Depression eines Psychiaters“.

  • Kuiper hatte einen langen Leidensweg

    Der Mediziner verstand nicht, was da mit ihm passierte, und stellte lauter falsche Diagnosen auf: Als Erstes dachte er an eine Viruserkrankung, dann an eine Demenz. Letztlich wurde seine Depression so stark, dass er in eine nihilistische Psychose abglitt: Er lebt in dem Wahn, er sei bereits verstorben, und fortan dazu verdammt, als lebender Toter über die Erde zu wandeln.

    Es dauerte noch weitere 3 Jahre, in denen er zweimal in der geschlossenen Psychiatrie landete, mit zahllosen Therapeuten sprach und Medikamente bekam, bis er endlich verstand, was in ihm vorging.

  • Schwere Depression mit psychotischer Symptomatik

    Sein umfangreiches Wissen als Experte half ihm nicht, diese schreckliche Krankheit zu erkennen. Wie ein Betroffener Depressionen erlebte, war eine völlig andere Dimension. Eine Welt, die kein Fachmann mit dem Verstand durchdringen konnte. Die Umwelt erfuhr Kuiper dabei als Fremdes, vollkommen fern von seiner eigenen Wirklichkeit. Rätselhaft und beängstigend.

    Nach drei Jahren half am Ende ein sogenannter MAO-Hemmer. Kuiper wurde wieder gesund. Nachdem er monatelang in der Valerius-Klinik in Amsterdam behandelt wurde, konnte er schließlich nur durch jene Medikamente geheilt werden, vor denen er zuvor stets gewarnt hatte.

    In seinen letzten Lebenstagen sei die Depression wiedergekehrt. Piet Kuiper verstarb am 9. Februar 2002 im Alter von 82 Jahren. Der Tod habe ihn gleichsam vor den Fängen einer erneuten Depression gerettet, schrieb Eveline Brandt in ihrem Nachruf.

  • Buchcover von Piet C. Kuipers „Seelenfinsternis: Die Depression eines Psychiaters“ mit einer dunklen Landschaft und einer nachdenklichen Person.

    Buch: Seelenfinsternis

    » Piet Kuiper: Seelenfinsternis. Die Depression eines Psychiaters (#Link mit Anzeige)

Virginia Woolf: Bipolare Depression

  • Schwarzweiß-Porträt einer Frau im Profil mit hochgestecktem Haar.

    Etwas geschieht mit meinem Geist ... er weigert sich, weitere Eindrücke aufzunehmen. Er verschließt sich, verpuppt sich. Ich bleibe bewegungslos liegen, oft mit größten körperlichen Schmerzen, wie im letzten Jahr.

    Es ist ein einziges Leiden, und dann entsteht etwas daraus.“

    - Virginia Woolfs Tagebuch, Eintrag im Jahre 1930

    Schreiben für die eigenen Augen: (#Link mit Anzeige) Aus den Tagebüchern 1915-1941

  • Ihre bipolare Depression äußerte sich erstmals bezeugt in einem Nervenzusammenbruch, den sie erlitt, als sie vom Tod ihrer Mutter erfuhr.

    Wahrscheinlich begann ihre Krankheit aber schon früher; ein sexueller Missbrauch durch ihre Halbbrüder ist heute gar nicht mehr so sicher.

    Jedenfalls lehnte sie seitdem ihren Körper ab, konnte ihre Schönheit nie selbst empfinden und blieb sexuell unansprechbar.

    • 1911 machten ihre schweren Depressionen einen Klinikaufenthalt notwendig,

    • 1913 versuchte sie, sich mit Schlaftabletten umzubringen

    • 1941 beging sie ihren 3. und letzten Selbstmordversuch, der erfolgreich war

  • Braunes, stilisiertes Ornament mit geschwungenen, floralen Linien auf schwarzem Hintergrund

    Sie war aggressiv, extrem gereizt, hatte einen erhöhten Pulsschlag und schlief wenig. Nach dem Tod ihres Vaters fiel sie in schwere Depressionen und auf einer Parisreise, die sie kurz danach tätigte, begann sie zu toben, magerte ab, hatte Schlafstörungen, hörte Stimmen und sprang schließlich aus dem Fenster, ohne sich jedoch ernsthaft zu verletzen. Seitdem wurden ihre Krankheitsepisoden, die auch immer häufiger vorkamen, stetig schlimmer. » Mehr über Virginia Woolf

  • Minimalistische einlinige Strichzeichnung einer sitzenden, stilisierten Figur auf weißem Hintergrund.

    Während akuter Krankheitsphasen steckte sie in schweren Depressionen, war überwältigt von hoffnungsloser Melancholie, wollte kaum sprechen oder essen und war selbstmordgefährdet. Ihre Werke schrieb sie ausschließlich in Krankheitsperioden. Sie empfand ihr Schreiben als eine Art Therapie für sich, obwohl es dabei immer wieder zu geistigen wie körperlichen Schwächeanfällen und Zusammenbrüchen kam. In deren Folge dauerte es oft Wochen und Monate, bis sie wieder in der Lage war, in ihr normales Leben zurückzukehren.

Hermann Hesse: schwere Depressionen

  • Schwarz-weiße Strichzeichnung von Hermann Hesse mit Brille und Schnurrbart, darüber sein Name.

    “Indem ich allein dahinmarschierte, fiel mir ein, daß ich im Grunde alle meine Wege so einsam gemacht habe, und nicht nur die Spaziergänge, sondern alle Schritte meines Lebens.”

    – Eine Fußreise im Herbst

    Hermann Hesse: Der Wanderer und sein Schatten. (#Link mit Anzeige) Biographie

  • Über Hermann Hesse (1877-1962)

    Hermann Karl Hesse, Pseudonym: Emil Sinclair, war ein deutsch-schweizerischer Schriftsteller, Dichter und Maler. Bekanntheit erlangte er mit Prosawerken wie Siddhartha oder Der Steppenwolf und mit seinen Gedichten (z. B. Stufen). 1946 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur und 1954 der Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste verliehen. Hermann Hesse beschreibt in seinem Werk “Der Steppenwolf“ die innere Zerrissenheit des Harry Hallers. Und genau das war Hesse auch - ein “Autor der Krise”.

    Hesse ist ein Dichter, der sich schreibend der quälenden Selbstanalyse unterzog. Stets auf der Suche nach der wirklichen Identität. Elternhaus und Erziehung schlugen sich in seiner Persönlichkeit wie auch im dichterischen Werk nieder.

  • Zweimal im Leben spitzte sich Hesses psychische Verfassung dramatisch zu:

    Nach der Flucht aus dem Klosterseminar in Maulbronn 1892 wurde der 15-jährige von seinen Eltern zu Christoph Blumhardt, einem befreundeten Theologen, nach Bad Boll gebracht. In der Privatheilanstalt unternahm Hesse allerdings einen Selbstmordversuch, worauf Blumhardt nach nur 14 Tagen die Einweisung des von „Bosheit und Teufelei“ Besessenen in eine Irrenanstalt empfahl.

    Dann kam er in die Heil- und Pflegeanstalt Stetten, wo er 4 Monate blieb. Diagnose: „Melancholie". Hesse machte gute Miene zum bösen Spiel. 1892 wurde er aus der Nervenheilanstalt Stetten entlassen.

  • Eine 2. Lebenskrise fiel mit dem Ersten Weltkrieg zusammen, der bei Hesse zu schweren seelischen Erschütterungen führte.

    • Eine schwere Krankheit des jüngsten Sohnes,

    • der Tod des Vaters 1916,

    • der Erste Weltkrieg,

    • eine Ehekrise

    • und die psychische Erkrankung seiner Frau Mia

    rissen den damals schon populären Dichter in tiefste Depressionen.

Abraham Lincoln (1809 – 1865)

  • „Ich bin der bedauernswerteste unter allen lebenden Menschen. Wenn unsere ganze Menschheitsfamilie fühlen würde, wie ich fühle, gäbe es nicht ein fröhliches Gesicht auf dieser Erde.”

    “Ich weiß nicht, ob es mir jemals wieder besser gehen wird. Eine schreckliche Ahnung sagt mir, dass das nicht der Fall ist. So kann es einfach nicht weitergehen. Entweder es geht mir bald besser, oder ich muss sterben.“

  • Stilisierte monochrome Porträtillustration eines bärtigen Mannes im Hemd

    Zeitgenossen beschrieben Lincoln als "melancholisch", ob er den heute geltenden Diagnosekriterien für eine Depression entsprach, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Lincoln fand Hilfe bei einem Arzt, er nannte ihn "notwendig für meine Existenz".

Winston Churchill (1874-1965)

  • „Alice weckte mein Interesse, als sie von ihrem Arzt in Deutschland berichtete, der ihre Depression komplett geheilt hatte.

    Ich denke, dieser Mann könnte mir nützlich sein, wenn mein schwarzer Hund zurückkehrt. Momentan scheint er sich ein ganzes Stück entfernt zu haben – es ist solch eine Erleichterung. Alle Farben kehren zurück.“

  • Schwarzweißporträt von Winston Churchill mit Zylinder, Anzug und Zigarre

    Churchill machte den schwarzen Hund als Metapher für die Depression berühmt, wenngleich das Bild schon vorher benutzt wurde. Der Politiker litt wahrscheinlich an einer bipolaren Störung; manische und depressive Phasen wechselten sich also ab. Zur Bewältigung seiner Krankheit hat einigen Beobachtern zufolge auch seine Kreativität beigetragen. Churchill malte und schrieb – und erhielt 1953 den Literatur-Nobelpreis.

Martin Luther & der schwarze Hund

  • „Dass die Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Haupt fliegen, kannst du nicht ändern. Aber dass sie Nester in deinem Haar bauen, das kannst du verhindern“

    — Martin Luther

  • Illustration einer Person, die an einem Schreibtisch in einem aufgeschlagenen Buch liest und schreibt

    Martin Luther hatte eine bipolare Störung & Angsterkrankung mit manisch-depressiven Episoden. Der Held der Reformation war ein schwer kranker Mann, der starke Schmerzen durchlitt und öfter dem Tod nahe kam.

  • Dabei geht es um schwere Krankheitsbilder, die ihn sein Leben lang plagten.

    Darunter:

    • die Menièresche Krankheit (Erkrankung des Innenohrs, die durch anfallsartigen Drehschwindel, Hörminderung und Tinnitus (Ohrgeräusche) gekennzeichnet ist)

    • das Roemheld-Syndrom (durch Gasansammlungen im Magen-Darm-Trakt verursacht, aber oft mit Herzerkrankungen verwechselt, weil das Zwerchfell nach oben gedrückt wird und so Herzklopfen, Brustschmerzen oder Atemnot auslösen.)

    • Nieren- und Blasensteine

    • Gicht

    • chronische Verstopfung und Hämorrhoiden

    • Bluthochdruck und unklare Ohnmachtsanfälle

  • Halluzinationen, Depressionen, Angstzustände

    Auch ist bezeugt, dass Luther in späteren Jahren unter Angstzuständen und Weinkrämpfen litt. Mehrfach wurde er auf dem Boden liegend ohnmächtig aufgefunden, "wie tot", mit ausgestreckten Armen, schlaffem Körper und geschlossenen Augen. Es kam auch vor, dass er sich für 1–2 Tage einschloss und niemanden zu sich ließ. Schon im Herbst 1521 hatte Luther auf der Wartburg verstärkt über Anfechtungen und Heimsuchungen der anderen Art berichtet:

    1. Er sei "in dieser Einöde tausend Teufeln ausgeliefert"

    2. und "den bösen Geistern unter dem Himmel".

    3. Er erlebe Unruhe durch Gespenster und Poltergeister.

  • Schwarz-weiße Nahaufnahme einer Hand mit ausgestreckten Fingern und markanter Silhouette.

    Einmal "sah" Luther sogar, als er sich schlafen legen wollte, einen "großen schwarzen Hund" auf seinem Bett liegen; zur Vertreibung betete er den 8. Psalm – erfolgreich. » Metapher des schwarzen Hundes

    Den ganzen Winter 1540/41 litt er an Beschwerden im Hals- und Nasenbereich – vermutlich ein Abszess. Schwere Pein bereitete ihm zudem eine Mittelohrentzündung, wahrscheinlich beidseitig. Eiter trat heraus, man musste schreien, damit Luther einen verstand. An Philipp Melanchthon schrieb er depressiv gestimmt: Ich fange an, etwas weniger taub zu sein, doch sehe ich, dass ich ein kalter und unnützer Cadaver bin, dem allein das Grab übrig bleibt. - Martin Luther in einem Brief an Philipp Melanchthon, Winter 1540/41

  • Luthers Hochleistungen zermürbten ihn

    Es ist nicht verwunderlich, dass die unter diesen Umständen erbrachten Hochleistungen Martin Luther seelisch zusetzten und ihn frühzeitig zermürbten. Schon von Natur aus kämpferisch veranlagt und gerne polemisch formulierend, wurde der aufrechte Gottesstreiter mit zunehmendem Alter intolerant, reizbar und schwierig im persönlichen Umgang, auch seinen Freunden gegenüber. Oder sehr manisch.

    Bei seinen späten Schriften verlor er zuweilen jedes Maß.

    So tituliert er 1545 in der Kampfschrift „Wider das Bapstum zu Rom vom Teuffel gestifft“ den Papst als „der allerhöllischst Vater“.

  • Stilisierte orangefarbene Umrisszeichnung eines aufgeschlagenen Buches auf schwarzem Hintergrund

    Auch die 1543 verfasste unsägliche Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ muss wohl teilweise vor diesem Hintergrund bewertet werden. Denn 1523 hatte Luther mit der Schrift „Dass Jesus Christus ein geborener Jüde sei“ sehr differenziert dafür plädiert, den Juden gütlich zu begegnen, um viele von ihnen zum neuen Glauben zu bekehren.

  • Luthers Lebensende

    Im Januar 1546 reist Luther bei winterlichen Temperaturen in Begleitung seiner Söhne nach Eisleben, um einen Erbstreit zwischen den Mansfelder Grafen zu schlichten. Schon auf der Reise dorthin klagt er über Kälte- und Schweregefühl im linken Arm und Engegefühl in der Brust: klassische Zeichen eines Herzinfarkts. Am 18. Februar 1546 stirbt Martin Luther in seiner Geburtsstadt Eisleben im Beisein seiner Söhne und Freunde. Er betet noch aus dem 68. Psalm. Dann soll er friedlich und sanft entschlafen sein.

Søren Kierkegaard (1813-1855)

  • Stilisierte beige Porträtsilhouette eines bärtigen Mannes mit zerzaustem Haar auf schwarzem Hintergrund

     "Das Leben kann nur in der Schau nach rückwärts verstanden, aber nur in der Schau nach vorwärts gelebt werden."

  • Kierkegaard kämpfte sein kurzes Leben lang mit der Depression, seiner Krankheit zum Tode. Søren Aabye Kierkegaard war ein dänischer Philosoph, Essayist, Theologe und religiöser Schriftsteller. In seinen meist unter Pseudonymen veröffentlichten Schriften zeigte er sich als engagierter Verfechter der Idee des Christentums gegen die Realität der Christenheit.

    Søren Kierkegaard gilt als Wegbereiter der Existenzphilosophie. Das seelische Leiden kultivierte er als dialektische Erfahrung. Er „wählt“ in einem geschwätzigen Zeitalter das zurückgezogene Leben, in einem leidenschaftslosen Klima die Leidenschaft. Dafür will er freiwillig „leiden“. Denn ein Mensch muss Verzicht üben, will er „er selbst“ werden.

  • Was daraus folgt, ist eine Revolution zum Asketen

    der: „sich eine Welt schafft ausschließlich für sich selbst, wo das verzweifelte Selbst sich rastlos und tantalisch damit beschäftigt, es selbst sein zu wollen“. Hinter Kierkegaards vertrackten Überlegungen stecken existenzielle Erfahrungen. Zum Beispiel hatte er sich nach 1 Jahr Verlobungszeit, von seiner Verlobten Regine Olsen getrennt. Der Schritt war für ihn selbst höchst schmerzlich, für die junge Frau aber und halb Kopenhagen skandalös.

  • Historische Illustration zweier Frauen in einer Schneiderwerkstatt beim Begutachten eines Kleides.

    Kierkegaard hatte eine vom Vater ererbte Schwermut an sich entdeckt, eine Lebensgrundangst, die er Regine nicht zumuten wollte. Er trennte sich und blieb bis zum Ende unverheiratet. Seinen gesamten Nachlass vermachte er testamentarisch seiner „ewig geliebten Regine“.

    Mehr über Kierkegaards Leben & Philosophie

Arthur Schopenhauer (1788-1860)

  • Stilisierte Schwarz-Weiß-Porträtillustration einer nachdenklichen Frau mit hellem, lockigem Haar.

    „Das Leben, mit seinen stündlichen, täglichen, wöchentlichen und jährlichen, kleinen, größern und großen Widerwärtigkeiten, mit seinen getäuschten Hoffnungen und seinen alle Berechnung vereitelnden Unfällen, trägt so deutlich das Gepräge von etwas, das uns verleidet werden soll, daß es schwer zu begreifen ist, wie man dies hat verkennen können und sich überreden lassen, es sei da, um dankbar genossen zu werden, und der Mensch, um glücklich zu seyn.“

  • Arthur Schopenhauer hatte laut gängiger Meinung der Forschung tiefste Depressionen und trug einen tiefen Pessimismus zur Schau. Ob es sich dabei wirklich um eine klinische Depression handelte oder eher um depressive Verstimmungen, bleibt fraglich. Arthur Schopenhauer war nie wegen psychischer, psychotischer oder psychosomatischer Leiden in fachlicher Behandlung. Doch “wer sein Werk betrachtet und so einen Einblick in das Seelenleben dieses großen deutschen Philosophen erhält, spürt etwas von der Dunkelheit, die sich in seiner Psyche ausgebreitet haben muss.” (Dr. Joself Bordat)

  • Schopenhauers Biographie ist gekennzeichnet von einer Reihe seelischer Verletzungen.

    Seiner Mutter Johanna, eine bekannte Schriftstellerin, zeigt er stolz seine Dissertation, doch sie reagiert mit Desinteresse. In Berlin konkurriert er mit Hegel, dem preußischen Staatsphilosophen, um die Gunst der Studenten, doch diese verkennen das Genie des neuen Denkens und gehen weiter in Hegels Vorlesungen. Schopenhauer verlässt den Universitätsbetrieb und kehrt verbittert nach Frankfurt zurück, wo er von nun an als „Privatgelehrter“ die Erbschaft seines Vater aufzehrt.

  • Weil Schopenhauer so negativ philosophierte und schrieb, konnte er sein als negativ empfundenes Leben aushalten. Seine seelische Gesundheit, von der vorher die Rede war, ist also Ergebnis seines reichen Schaffens. Vielleicht ein ungewöhnlicher, doch sicherlich nicht der schlechteste therapeutische Ansatz.

    Mehr über sein Leben & seine Philosophie

Sigmund Freud (1856-1939)

  • Stilisierte Silhouette eines bärtigen Mannes im Anzug im Profil

     “Es gibt ebensowenig hundertprozentige Wahrheit wie hundertprozentigen Alkohol.”

    Mehr über Freud erfahren

  • Sigmund Freud arbeitete mit Kokain gegen seine Depressionen

    Er ist der Begründer der Psychoanalyse und gilt als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. Soll aber auch suchtkrank gewesen sein.

    Schon in jungen Jahren begann der Vater der modernen Psychotherapie seine depressiven Verstimmungen mit Kokain zu behandeln. Außerdem rauchte er exzessiv. Später empfahl Freud in einem seiner Werke Kokain sogar als Arznei gegen Hysterie, Hypochondrie und Depression – aber auch als vielversprechendes Mittel für Morphiumsüchtige.

Edvard Munch (1863 – 1944)

  • Schwarzweiß-Porträt eines Mannes mit Schnurrbart und dunkler Kleidung

    “Krankheit, Wahnsinn und Tod hielten wie schwarze Engel Wacht an meiner Wiege. Sie haben mich durch mein ganzes Leben begleitet.”

    Der Sturm: Eine Biografie über Edvard Munch: (#Link mit Anzeige) Das Leben und die Kunst eines Ausnahmekünstlers

  • Edvard Munch litt ebenfalls an Depressionen

    Edvard Munch kannte die Gefühle, die er in seinen Werken zum Ausdruck brachte, sehr gut. Tod, Depressionen, Verzweiflung, Trauer – das waren persönliche Themen für ihn, eng mit seinem Lebensweg verknüpft. Wie bei kaum einem Maler vor ihm beherrschen Gefühle und Seelenzustände seine Bildthemen. Und es gelingt ihm, Abgründe des menschlichen Daseins festzuhalten.

    Munch ging als einer der berühmtesten Maler in die Kunstgeschichte des Expressionismus ein und beeindruckt noch heute durch seine Werke.

    Mehr über sein Leben & Werk

Franz Kafka (1883-1924)

  • Illustration eines elegant gekleideten Mannes mit schwarzem Hut und Mantel vor einem abstrakten Hintergrund

    „Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen.”

  • Viele psychische Leiden und kein Ausweg

    Kafkas Vater war extrem streng und hatte keinerlei Verständnis für die Bedürfnisse des Kindes. Seine Mutter konnte dem nichts entgegensetzen; auch sie konnte nicht die nötige Empathie für ihren Sohn aufbringen. Das Kind wuchs unter der Obhut der Köchin und des tschechischen Hausfaktotums Marie auf. Die eine streng, die andere freundlich, aber furchtsam gegenüber dem Vater.

  • Die Liste von Kafkas psychosomatischen Krankheiten ist lang:

    • konstitutionelle neurovegetative Instabilität und Überempfindlichkeit

    • ständige hypochondrische Selbstbeobachtung

    • phobische Ängste verschiedener Art (z.B. vor Haarausfall, vor Verlust der Sehkraft, vor Ansteckungen, vor Mäusen)

    • rheumatische Rückenschmerzen

    • schmerzhafte Verdauungsstörungen

    • Herzrhythmusstörungen mit Extrasystolen und Tachycardien

    • quälende Kopfschmerzen

    • chronische Schlaflosigkeit

    • vasomotorische Störungen (Irritationen der Haut)

    • Überempfindlichkeit gegenüber Lärm

    • schwere Erschöpfungszustände

  • Die hohe Stressbelastung schwächte das Immunsystem

    Kafka hatte seit 1912 der Tuberkulose-Infektion kaum Widerstandskraft entgegenzusetzen. Klußmann und Klußmann vermuten:

    "Kafka konnte sein labiles Gleichgewicht nur aufrechterhalten und seinen psychischen Schmerz nur ertragen, indem er körperlich erkrankte." Der Künstler selbst interpretierte seine Krankheit in einer Weise, die ein modernes psychosomatisches Verständnis vorwegnahm: "Es ist eben medizinisch ein aussichtsloser Fall. Die körperliche Krankheit ist hier nur ein Aus- den-Ufern-Treten der geistigen Krankheit; will man sie nun in die Ufer zurückdrängen, wehrt sich der Kopf; er hat ja oben in seiner Not die Lungenkrankheit ausgeworfen ..."

  • Die Forscher diagnostizieren:

    "Kafkas persönliche Probleme schlagen sich in seinen Werken nieder. Seine Krankheiten vermochte er zu durchschauen, sie zu reflektieren und in seinen Werken bis zu einem gewissen Grad zu verarbeiten. Möglicherweise konnte er dadurch einen noch früheren Tod hinausschieben, auch einen Selbstmord verhindern – eine Heilung konnte er trotz seiner beeindruckenden Möglichkeit zur Selbstreflexion nicht erreichen ..." » Mehr über Kafka

Erich Kästner (1899-1974)

  • „Die Trauer kommt und geht
    ganz ohne Grund.
    Und man ist angefüllt
    mit nichts als Leere.

    Man ist nicht krank,
    und ist auch nicht gesund.

    Es ist,
    als ob die Seele unwohl wäre...“

  • Außen fröhlich, innen depressiv

    Emil Erich Kästner war deutscher Schriftsteller, Publizist, Drehbuchautor und Kabarettdichter. Seine publizistische Karriere begann während der Weimarer Republik mit gesellschaftskritischen und antimilitaristischen Gedichten, Glossen und Essays.

    “Der freie Mensch lebt in Ungewissheit. Der bewusste Mensch lebt zwangsläufig mit Zweifeln.”

    Dieser Mann, der so viel Lebensfreude und Lebensmut zu verabreichen vermochte, konnte sich mit seiner „lyrischen Hausapotheke“ keineswegs selbst kurieren. Zwar war Kästner, der die NS-Zeit überstanden hatte, nach 1945 gleich wieder obenauf. Wurde sogar zur moralischen Instanz. Jedoch war sein Niedergang unübersehbar: Alkoholismus, Depressionen, Schreibblockaden kennzeichnen das letzte Drittel seines Lebens.

  • Schwarz-Weiß-Porträt des deutschen Schriftstellers Erich Kästner

    “Dass man lebt, ist Zufall; dass man stirbt, ist gewiss.”

    - Erich Kästner, Zitat Depression

    Keiner blickt dir hinter das Gesicht: (#Link mit Anzeige) Das Leben Erich Kästners

  • Er hatte auch keine leichte Kindheit. Die Mutter war oft von Schwermut erfüllt, und manchmal findet der kleine Erich nach der Schule einen Zettel mit den Worten: „Ich kann nicht mehr, leb wohl, mein lieber Junge“. Dann machte er sich auf die Suche nach ihr, weint laut an den Elbbrücken in Dresden. Über drei Jahrzehnte hinweg werden Mutter und Sohn sich täglich Briefe schreiben.

    „Schmerz und Angst haben ein gutes Gedächtnis“

    Zitat aus Erich Kästner: Als ich ein kleiner Junge war (#Affiliate-Link/Anzeige), Autobiografie

Wilhelm Busch (1832–1908)

  • Schwarz-Weiß-Porträtzeichnung eines bärtigen Mannes mit nachdenklichem Gesichtsausdruck

    „Im Durchschnitt ist man kummervoll und weiß nicht, was man machen soll.“

  • Depressionen, Zweifel & tiefster Schwermut

    Heinrich Christian Wilhelm Busch war einer der einflussreichsten humoristischen Dichter und Zeichner Deutschlands. Busch war nicht wirklich glücklich über seinen Erfolg. Er sah sich als gescheiterten Maler. 20 Jahre lang schrieb er als Cartoonist avant la lettre Geschichte. Dann stellte er seine Produktion unvermittelt ein. Er malte und malte, stellte aber kaum seine Werke aus. Viele vernichtete er. Und 1894 wollte er von seinem zeichnerischen Werk nichts mehr wissen.

  • “Wir taugen alle zusammen in der Wurzel nicht”

    Die letzten 13 Jahre seines Lebens verbrachte er zurückgezogen in seinem Dorf, ein grimmiger Zeitgenosse, der sich um seine verwitwete Schwester und deren Kinder kümmerte, sonst jedoch von der Welt nichts wissen wollte. Selbst eine Ehrung des deutschen Kaisers zu seinem 70. Geburtstag war ihm nervig.

  • Zwar scheint Busch in seinen drastischen, oft von einer sadistischen Phantasie getriebenen Bildergeschichten der herkömmlichen Prügel-Pädagogik das Wort zu reden. Doch auf den zweiten Blick zeigt sich die Brüchigkeit aller Autoritäten. Max und Moritz etwa verüben lustige, harmlose Streiche. Die Sympathie der Leser ist auf ihrer Seite. Die drakonische Strafe, die sie ereilt, steht in keinem Verhältnis zu ihren Vergehen.

  • Ähnlich geht es in zahlreichen anderen Bildergeschichten zu. Busch zeigt die Erwachsenen, die doch Vorbilder sein sollten, als fragwürdige Typen, als Untertanen, Spiesser, Heuchler. Sein Blick auf die Stützen der Gesellschaft ist vernichtend. Aber Busch ist auch weit davon entfernt, die Opfer zu romantisieren. Kinder und die Tiere als unentwegte Störenfriede – Deshalb verdienen sie im absurden Gesellschaftsvertrag, dem sie unterliegen, auch ihre Strafe. Für Busch, den radikalen Pessimisten, gibt es keine buddhistische Milde im Sinne Schopenhauers. 

Mark Twain: Depression und Misanthropie

  • Schwarzweißporträt eines Mannes mit welligem Haar, großem Schnurrbart, Anzug und Fliege im Profil

    "Jeder Mensch ist ein Mond mit einer dunklen Seite, die er niemals jemandem zeigt."

  • Mark Twain, eigentlich Samuel Langhorne Clemens, war ein amerikanischer Schriftsteller. Mark Twain ist vor allem als Autor der Bücher über die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn bekannt.

    „Ich hatte mein ganzes Leben viele Probleme und Sorgen. Die meisten von ihnen sind aber niemals eingetreten.“

  • Mark Twain, von düsteren Stimmungen und Alpträumen gequält, verfluchte "die verdammte menschliche Rasse", er schrieb einen wütend-zynischen Dialog mit dem Titel "Was ist der Mensch?", er führte eine "Haßliste", in die er gewissenhaft die Namen seiner Feinde eintrug, und philosophierte. Mit 31 griff er in San Francisco zum Revolver, um sich ins Jenseits zu schießen. Aber dann besann sich der Zeitungsreporter doch anders und entschloss sich stattdessen, "das Gelächter der Kreaturen Gottes zu erregen".

  • Justin Kaplan schreibt: „Und seinen amerikanischen Lebensweg hat Clemens-Twain jederzeit als ein Zwillings-Mensch voller Widersprüche und Fragwürdigkeiten beschritten. Er war ein Pessimist, der humoristische Bücher verfasste; ein Vagabund des wilden Westens, der in der exklusiven Gesellschaft des östlichen Connecticut sein Glück machte; ein gestrenger viktorianischer Sittenrichter, der sich schmutzige Witze ins Notizbuch schrieb und einen derb-obszönen dialogischen Essay mit dem Titel "1601" verfasste.“

    Mark Twain - Meine geheime Autobiographie (#Link mit Anzeige)

 Albert Einstein (1879-1955)

  • Schwarzweißaufnahme einer Person mit lockigem Haar und Schnurrbart, teilweise von einem weißen Textfeld verdeckt.

    “Wer sein eigenes Leben und das seiner Mitmenschen als sinnlos empfindet, der ist nicht nur unglücklich, sondern kaum lebensfähig.”

  • Albert Einstein war ein deutscher Physiker mit Schweizer und US-amerikanischer Staatsbürgerschaft. Er gilt als einer der bedeutendsten theoretischen Physiker der Wissenschaftsgeschichte und weltweit als bekanntester Wissenschaftler der Neuzeit. Wissenschaftler vermuten, dass Albert Einstein eine Variante des Asperger-Syndroms hatte. Einstein habe erst als 3-Jähriger zu sprechen begonnen und bis zum Alter von 7 Jahren bestimmte Sätze zwanghaft wiederholt. Seine Vorlesungen sollen teilweise verwirrend gewesen sein. Trotz dieser vermutlichen Entwicklungsstörung ist Einstein einer der größten Physiker aller Zeiten.

    “Bevor Sie bei sich selbst eine Depression oder Antriebsschwäche diagnostizieren stellen Sie sicher, dass Sie nicht komplett von Arschlöchern umgeben sind.”

Friedrich Nietzsche: depressiv, psychotisch & schwer krank

  • Stilisierte Schwarz-Weiß-Porträtillustration eines bärtigen Mannes im Anzug

    Mir ist mitunter als ob ich als Längst-Gestorbener mir die Dinge und Menschen anschaute – sie bewegen, erschrecken und entzücken mich, ich bin ihnen aber ganz ferne.

    (Nietzsche, F., Briefe. An Paul Rée)

    Friedrich Nietzsche: Sämtliche Werke und Briefe (#Link mit Anzeige)

  • Nietzsche litt seit seiner Kindheit unter gesundheitlichen Problemen, u. a. Migräne, Depressionen, Schlafstörungen und Kurzsichtigkeit. Ende der 1880er Jahre traten gravierende psychische Symptome auf. Der geistige Zusammenbruch Nietzsches vollzog sich in verschiedenen Stufen, die in den ersten Jahren auch mit kurzzeitigen Aufhellungen verbunden waren.

    Nietzsche selbst konsultierte zahlreiche Ärzte. Wärmere klimatische Bedingungen in Sorrent oder an der Riviera halfen nur kurzzeitig. Auch der tägliche Konsum von Chloralhydrat, einem Schlaf- und Beruhigungsmittel, wirkte lediglich palliativ.

    Nach langen produktiven Schaffensperioden, in denen seine Hauptwerke entstanden, begann Nietzsche im Herbst 1888 sogenannte „Wahnsinnsbriefe“ zu versenden, kryptische Kurzmitteilungen mit Größenideen. Friedrich Nietzsche verstarb am 25. August 1900 in Weimar an einer Lungenentzündung.

    Mehr Infos » Nietzsches Philosophie, Leben & Zitate

Philosophische Gedanken über Schwermut, Angst und Lebenssinn

  • Depression ist die Melancholie einer Gesellschaft, in der alle gleich und frei sind, es ist die Krankheit von Demokratie und Marktwirtschaft par excellence. In dieser Hinsicht ist die Depression die unvermeidliche Kehrseite der Souveränität des Menschen, nicht dessen, der falsch handeln, sondern dessen, der gar nicht handeln kann.

    Quelle: » Alain Ehrenberg: Das erschöpfte Selbst(#Affiliate-Link/Anzeige). Depression und Gesellschaft in der Gegenwart.

    Mehr dazu: Volkskrankheit Depression – Bedeutung von Gesellschaft & Politik

  • „Warum erweisen sich alle außergewöhnlichen Männer in Philosophie oder Politik oder Dichtung oder in den Künsten als Melancholiker? In vielen Dingen überragen sie die anderen, die einen durch ihre Bildung, die anderen durch künstlerisches Können, andere durch politische Wirksamkeit. […] deshalb sind alle Melancholiker außergewöhnlich, nicht infolge von Krankheit, sondern infolge ihrer Naturanlage.“

    – Aristoteles (384 – 322 v. Chr.) Mehr zum Thema » Genie & Wahnsinn

  • Depression ist die Rache des Verdrängten.

    © Andreas Tenzer (*1954), deutscher Philosoph und Pädagoge

  • Die Depression ist das Totenreich der Lebendigen!

    © Thomas S. Lutter (*1962), Lyriker und Musiker

  • Die Depression ist gleich einer Dame in Schwarz. Tritt sie auf, so weise sie nicht weg, sondern bitte sie als Gast zu Tisch und höre, was sie zu sagen hat.

    – Carl Gustav Jung: Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewussten (#Link mit Anzeige)

  • Die Depression ist nicht eine abwegige Eigenart des Sonderlings, sondern Reaktion auf die als kafkaesk erlebte Gesellschaft.

    © Stefan Rogal (*1965), Autor, Herausgeber und Kolumnist

    Ach, übrigens: Die Gegenwart ist schon wieder vorbei!: (#Link mit Anzeige) Aphorismen

  • In dem Augenblick, in dem ein Mensch den Sinn und den Wert des Lebens bezweifelt, ist er krank.

    – Sigmund Freud

  • Wenn das Schiff von der Höhe einer Welle in die Tiefe gleitet und von dort auf die nächste Welle gehoben wird, geschieht es mit einem derartigen Schwung, daß man meint, es zerbräche sofort in tausend Stücke. Hat man sich jedoch überzeugt, das nichts derartiges geschieht, wird man gelangweilt und ärgerlich. Der Ärger wandelt sich in Wut, und danach gerät man in einen Zustand der Depression.

    – Iwan Gontscharow (1812 - 1891), russischer Romanschriftsteller –

    Eine gewöhnliche Geschichte: (#Link mit Anzeige) Roman

Zitate über menschliche Unsicherheit und existenzielle Krisen

  • Dem Einsamen ist der freiwillige Untergang wie eine Heimkehr zu sich selbst.

    Karl Jaspers, Philosoph & Psychiater

  • Der Abgrund meines Geistes ruft immer mit Geschrei Den Abgrund Gottes an: Sag, welcher tiefer sei!

    Angelus Silesius (Cherubiner 1657)

    Die schönsten Epigramme des Cherubinischen Wandersmanns: (#Link mit Anzeige) ausgewählt und kommentiert

  • Ist's denn Sünde, Zu stürmen ins geheime Haus des Todes Eh' Tod zu uns sich wagt?

    - Shakespeare, Antonius und Kleopatra (#Link mit Anzeige)

  • Ich weiß nicht, was mich traurig macht: […] Und solchen Dummkopf macht aus mir die Schwermut, Ich kenne mit genauer Not mich selbst.

    – Shakespeare: Der Kaufmann von Venedig (#Affiliate-Link/Anzeige), 1. Aufzug, 1. Szene: Antonio

  • Was, wenn die Reise gelinde Schmerzen weckt, Des schwachen Fleisches Furcht die bittre Woge regt ? Ist gut nicht kurzer Schmerz, der lange Ruhe bringt, Ins stille Grab die Seele schlafen legt ? Nach Mühsal Schlaf, nach Sturm der Hafen blinkt, Nach Kriegen Ruh, nach Leben Tod uns winkt.

    - Spenser, The Faerie Queene (#Link mit Anzeige)

  • Schreiten Streben – Leben sehnt – Schauern Stehen –Blicke suchen – Sterben wächst – Das Kommen – Schreit! – Tief – Stummen – wir.

    Schwermut – August Stramm (1874 - 1915): Gedichte (#Link mit Anzeige)

  • Eintagswesen!… Eines Schatten Traum Der Mensch.

    Pindar (500 v. Chr.) – Pindars Pythien (#Link mit Anzeige)

  • „Angst liegt nie in den Dingen selbst, sondern darin, wie man sie betrachtet.“

    – Anthony de Mello Der springende Punkt: (#Link mit Anzeige) Wach werden und glücklich sein

  • „Angst vor dem Leid ist schlimmer als das Leiden selbst.“

    – Sprichwort (unbekannt)

  • Man kann die Augen vor Tatsachen verschließen, aber nicht vor Erinnerungen.

    VIktor Frankl » mehr Zitate von Frankl

  • Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel,
    Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel –
    Dafür ist mir auch alle Freud' entrissen,
    Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wissen,
    Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren,
    Die Menschen zu bessern und zu bekehren.

    Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

    Quelle: Faust. Der Tragödie erster Teil, 1808. Nacht, Faust mit sich allein

  • Ungeheuer ist viel. Doch nichts Ungeheurer, als der Mensch.

    Friedrich Hölderlin, Antigone (#Link mit Anzeige)

Gedanken über Sinnsuche und Umgang mit schwierigen Lebensphasen

  • Am Ende braucht man mehr Mut, um zu leben, als um sich umzubringen.

    - Albert Camus (Der glückliche Tod)

  • Viktor Frankl:

    “Die Depression hängt nicht allein davon ab, ob da einer arbeitslos ist oder nicht, sondern eher davon, ob er sein Leben sinnlos hält oder nicht. (…) Die Sinnorientierung ist nicht nur lebenswichtig, sondern überlebens-wichtig! (…) In jedem Menschen steckt das alte und ewige metaphysische Bedürfnis, sich Rechenschaft abzulegen über den Sinn des Daseins.“

  • Denken Sie immer daran, dass Sie nicht nur das Recht haben, ein Individuum zu sein, sondern Sie auch verpflichtet sind, eins zu sein.

    Anna Eleanor Roosevelt war eine US-amerikanische Menschenrechtsaktivistin und Diplomatin sowie die Ehefrau des 32. US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt.

  • Es ist nie zu spät, um das zu sein, was du sein könntest

    George Eliot, eigentlich Mary Anne Evans, war eine englische Schriftstellerin, Übersetzerin und Journalistin, die zu den erfolgreichsten Autoren des viktorianischen Zeitalters zählt.

    Eliot: Die Mühle am Floss (#Link mit Anzeige)

  • „Das Bild vom furchtlosen Helden täuscht. Er ist ein Fantasieprodukt. Ein Held, der keine Angst hat, braucht keinen Mut. Die Angst ist eine ständige Begleiterin. Ohne Angst lebt kein Grenzgänger lange. Die Angst ist die andere Hälfte von Mut.“

    – Reinhold Messner

  • Sterben ist hienieden keine Kunst. Schwerer ist’s: das Leben bau´n auf Erden.

    - Majakowskij: Liebesgedichte (#Link mit Anzeige)

  • Die ganze Vielfalt, der ganze Reiz, die ganze Schönheit des Lebens besteht aus Schatten und Licht.

    - Leo Tolstoi: Meine Beichte (#Link mit Anzeige)

  • Pali-Kanon

    Glaube nicht einfach an alles, nur weil du es gehört hast.
    Glaube nicht einfach an alles, nur weil man darüber spricht und redet.
    Glaube nicht einfach an alles, nur weil es in deinen religiösen Büchern geschrieben steht.
    Glaube nicht einfach an alles, nur weil es die Autorität deiner Lehrer und Eltern fordert.
    Glaube nicht einfach an alles, nur weil die Tradition es über Generationen hin gebietet.
    Falls du aber nach genauer Beobachtung und Analyse erkennst,
    dass es vernünftig ist und dem Guten wie dem Wohlergehen des Einzelnen und aller dient, dann akzeptiere es und lebe strikt danach.

    *Pâli, die mittelindische Schrift- und Priestersprache, verhält sich zum altindischen Sanskrit wie das Italienische zum Lateinischen. Der Pâli-Kanon enthält die ältesten buddhistischen Lehren.

  • Wahrlich, keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt.

    Hesse

  • Glücklich sein, kann auch anstrengend sein.

    – Yves von Büren –

Depressionssprüche

  • „Mir war, als quälte mich ein unglaublich dringendes körperliches Bedürfnis, für das es keine Lösung gab – als müsste ich mich ständig übergeben, ohne einen Mund zu haben.“

    – Andrew Salomon, in: „Depression: Anatomie einer seelischen Krise“

  • Andrea Kaltofen

    "Die Seele ist ganz unten" - die Depression ist für mich wie das Gefühl in einer Luftblase auf den Grunde des Meers zu sinken, der Druck um mich herum wird immer größer, doch ich habe noch immer genug Luft zum Atmen.

    Ich kann nicht entweichen,

    wenn ich entweiche, werde ich untergehen.

    Das Erkennen der Depression ist das Ankommen der Luftblase auf dem Grunde des Meeres, von dem Moment an steigt man wieder aufwärts, man weiß man steigt auf, der Druck läßt nach und man sieht wieder Licht durch die Wasseroberfläche dringen.

    Und ich weiß auch, wenn ich jetzt der Luftblase entweiche, werde ich von selbst an die Oberfläche zurückkommen. Nach zwei Jahren Psychoanalyse habe ich endlich wieder das Gefühl durch eigene Kraft meinen Kopf über das Wasser halten zu können und frische Luft zu atmen.

    Und es ist ein Gefühl, daß ich mich sogar getraue "Glück" zu nennen.

  • Ich wirke immer unbekümmert. Die Menschen schauen mich an und sind schockiert, dass ich depressive Phasen habe.

    – Terry Bradshaw

  • Und sollten sie mich später einmal fragen, was ich tat in der Blüte meines Lebens Werd' ich sagen, was ich tat, war versuchen zu überleben Ich hab versucht drüber zu reden Doch die Menschen wurden taub als ich rief

    – Montéz: Nichts gesehen im Album “Für immer & eh weg”

  • Ist es seelische Grausamkeit, einen Depressiven aus seiner Melancholie zu reißen und ihn mit einem Schwall an Glück und Freude zu überfallen?

    – Nicole Caterina Steiner

  • Adam Ant

    Ich habe den Großteil meines Lebens unter Depressionen gelitten. Sie sind eine Krankheit.

    Depressionen hören nicht einfach auf. Sie sind da und man muss mit ihnen umgehen, wie mit jeder anderen Krankheit auch. Vielleicht werden sie nie geheilt, aber man muss die Medikamente nehmen, die einem verschrieben werden und sich aus Situationen heraus halten, die sie hervor rufen.

  • Das Mutigste, was ich je getan habe, war weiterzuleben, als ich sterben wollte.

    – Different Mom –

  • Ich glaube daran, das wenn man seine Depressionen fest umarmt, und nicht nachgibt, ihr einmal die Lust vergeht dich weiter zu verfolgen.

    – der Klassiker –

  • Meine Seele ist zerrissen und mein Körper nur noch ein sinnloses Stück Haut und Fleisch.

    - Depression Sprüche, unbekannt

  • So ist das Leben, sagte der Clown und malte sich mit Tränen in den Augen ein Lächeln ins Gesicht.

    - Depressive Sprüche, unbekannt

  • Keinem fehlt je ein guter Grund, sich zu töten.

    - Cesare Pavese: Klar und verlassen gehen die Morgen dahin: (#Link mit Anzeige) Sämtliche Gedichte

  • Wenn man nicht lernt, mit seinen Dämonen umzugehen, dann gehen sie mit dir um - und das wird weh tun.

    – Nikki Sixx –

  • Kannst du die Leichen in meinem Keller zum Schweigen bring'n? Ich bin in schlechter Gesellschaft, wenn ich alleine bin…

    - Tarek von K.I.Z. aus dem Album “Golem”

  • Depressionen - wenn man sie nicht erlebt hat, kann man natürlich versuchen, sich ein Bild von ihnen zu machen. Aber in Wahrheit sind sie komplett anders.

    - Dick Cavett